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Netzwerk der Zukunft

Seit Ende 1997 qualifizieren sich Beschäftigte der niedersächsischen Landesverwaltung zu behördeninternen Personalentwicklungsberatern. ReformZeit sprach mit Ulrich Kowalke, im Innenministerium zuständig für Personalentwicklung.

ReformZeit: Wer eignet sich zum Personalentwickler?

Ulrich Kowalke: Viele der rund 45 Kolleginnen und Kollegen, die an der ersten Qualifizierungsrunde teilgenommen haben, kommen aus den Personalstellen. Sie kennen das Tagesgeschäft im Personalbereich, aber auch die Förderungsnotwendigkeiten, die sich für Beschäftigte ergeben. Bei der Auswahl sollten auch besondere persönliche, soziale und kommunikative Kompetenzen berücksichtigt werden. Wer beispielsweise als Ausbilder tätig war oder in einem Reformprojekt mitarbeitete, konnte hierdurch seine Eignung unterstreichen.

ReformZeit: Ist PE nicht eigentlich eine Aufgabe der Führungskräfte?

Kowalke: Ja. Denn Führungstätigkeit bedeutet auch Verantwortung für den unterstellten Mitarbeiter. Vorgesetzte sind in erster Linie diejenigen, die einzelne PE-Maßnahmen anregen und konkret umsetzen. Verantwortungsdelegation, Ergebniskontrolle über Zielvereinbarungen und das Fördern von Beschäftigten wollen gelernt sein. Hier können Personalentwickler die Einführung neuer Instrumente wie z.B. das Mitarbeiter/Vorgesetzten-Gespräch organisieren und die Behördenleitungen bei den verschiedenen Reformaktivitäten unterstützen.

ReformZeit: Was ist besonders an der neuen Ausbildung zum Personalentwickler?

Kowalke: Die Art des Lernens: die Koppelung von Theorie und Praxis. Das Ganze lässt sich gut als Bausteinprogramm beschreiben: Es bestand aus zehn meist zweitägigen Workshops, die über das letzte Jahr verteilt stattfanden. Hier beschäftigten sich die Teilnehmer unter anderem mit Handlungsfeldern der PE und methodischen Kompetenzen wie Moderationstraining oder Projektmanagement. Während und vor allem zwischen den Theorieblöcken blieb ausreichend Raum zum Erfahrungsaustausch in so genannten Praxisforen, um sich gegenseitig zu unterstützen, wenn sich Schwierigkeiten oder konkrete Fragen bei dem jeweils zu begleitenden Projekt ergaben.

ReformZeit: Wie weit konnten die Ansprüche des PE-Projektes umgesetzt werden?

Kowalke: Die Beurteilung fiel im abschließenden Workshop insgesamt positiv aus. Die meisten ausgebildeten Personalentwickler sind schon jetzt an der PE in ihren Dienststellen beteiligt. Ein Manko scheint momentan aber noch zu sein, dass einige Behördenleitungen ihren Personalentwickler noch nicht ausreichend unterstützen. Hier muss ein stärkeres Umdenken einsetzen, damit die Investitionen in die PE optimal genutzt werden können.

Insgesamt bestand der starke Wunsch nach einem Netzwerk, um in Kontakt zu bleiben, neue Erfahrungen auszutauschen und sich auch in Zukunft gegenseitig zu helfen. Das Studieninstitut Niedersachsen hat bereits eine zweite Qualifizierungsrunde mit ca. 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern organisiert. Damit bauen wir weiter behördeninternes Know-how auf, das uns letztendlich Kosten für externe Berater spart und die Verwaltungsreform nachhaltig fördert.

ReformZeit Nr. 1/ März 1999

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