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Es muss nicht immer Sekt sein

Ein wesentlicher Aspekt zur betrieblichen Suchtprävention und -hilfe ist natürlich ein humanitär-ethischer. Aber nicht nur: Sucht ist teuer, weil die Leistung der Arbeitnehmer nachlässt. Daher gehört eine gezielte Suchtvorbeugung unbedingt zu den Maßnahmen einer betrieblichen Gesundheitsförderung.

Die niedersächsische Landesverwaltung nimmt das Thema als Aufgabe der Personalentwicklung sehr ernst. In einem ministeriellen Runderlass vom Januar 1998 heißt es: "Durch Missbrauch und Sucht entstehen ernsthafte Probleme sowohl für die Betroffenen und ihre Kolleginnen und Kollegen als auch erhebliche Kosten für die öffentliche Verwaltung, nicht zuletzt durch verminderte Leistungsfähigkeit und Fehlzeiten. Präventiv tätig zu werden und Hilfe zu ermöglichen ist Aufgabe des Arbeitgebers (Dienstherrn) als Teil der Personalpflege (Fürsorge) und dient der Qualitätsverbesserung von Dienstleistungen oder Produkten und der Senkung des Krankenstandes."

Daher wird die behördliche Vorbeugung und Hilfe in den Rahmenempfehlungen der niedersächsischen Landesverwaltung als "kontinuierliche Aufgabe" und "Teil der Personalpflege im Rahmen einer umfassenden Personalentwicklung" festgeschrieben. Sozial- und Suchtberater stehen hier zur Verfügung und bieten Information und Aufklärung über Suchtgefahren genauso wie Anregungen zur Reduzierung suchtfördernder Arbeitsbedingungen. Denn in sehr vielen Fällen steht die Sucht nicht losgelöst von anderen Faktoren. So gibt es unter anderem Angebote zur Mobbing- und Konfliktbewältigung, zum Stressmanagement und Hilfe bei psychischen Erkrankungen. Auch Teamberatungen sind möglich.

Heinke Liere
ReformZeit Nr. 1/ März 1999

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