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Beteiligte ziehen positive Bilanz des StepUpNOW- Programms der EU


Zusätzliche Formatierungsmöglichkeiten sind Aufzählungen. Ausserdem kann Text eingerückt werden. Auf Links im Text sollte möglichst verzichtet werden und dafür die Infospalte genutzt werden "Als Tandem auf Erfolgskurs" titelte die ReformZeit im März 1999, als wir über ein europäisches Programm zur Aufstiegsförderung von Frauen berichteten. In der Stadtverwaltung Göttingen haben sich 16 Mentees und Mentoren am Projekt beteiligt, das jetzt zu einem vorläufigen Abschluss gekommen ist. Gegenüber ReformZeit ziehen drei von ihnen ein kritisches Fazit. Stimmt das Bild vom Erfolgs-Tandem?

"Naja, vielleicht als Idealfall", sagt Ulrich Käse. Der Leiter des Personal- und Organisationsamtes konnte mit seiner Mentee Daniela Soltwedel, die seit 16 Jahren im Allgemeinen Sozialdienst arbeitet, eine gute Vertrauensbasis aufbauen – der Schlüssel zu einem funktionierenden Mentoring. Und das besteht aus Rat geben, ohne die Richtung vorzugeben, Türen öffnen, als Helfer, Coach und Netzwerker bereitstehen, ohne sich aufzudrängen. Dieses ungewöhnliche Instrument der Personalentwicklung, bisher in der Verwaltung unbekannt, ist keine Einbahnstraße: "Als Mentor musste ich einiges lernen, zum Beispiel meiner Mentee nichts vorzugeben. Sie sollte selber machen. Ich musste mich erst mal zurücknehmen", sagt Ulrich Käse. Auf das Anleiten im althergebrachten Sinne wurde bewusst verzichtet. "Manchmal hätte ich mir aber mehr Vorschläge gewünscht", ergänzt Daniela Soltwedel. So sollte jede Mentee ein eigenes Projekt entwickeln, betreuen und umsetzen. Mit welchem Thema, das blieb ihr selbst überlassen, ohne zu wissen, ob nach Abschluss des StepUpNOW-Programms genügend Mittel für die Realisierung vorhanden sein würden. "Arbeiten für den Papierkorb ist der größte Motivationskiller", da sind sich Mentee und Mentor einig. Für Daniela Soltwedels Plan, eine betriebliche Sozialarbeit für die 3.000 Beschäftigten der Göttinger Stadtverwaltung aufzubauen, müsste wohl eine Stelle eingerichtet werden. Durch eine Befragung von fünf Mitarbeitergruppen konnte die Mentee zwar den Bedarf dafür aufzeigen, die Art der Umsetzung bleibt jedoch ungewiss.

"Ich konnte für meine Buchwoche Göttinger Verleger als Sponsoren gewinnen", berichtet Ellen Richter. Die Diplom-Bibliothekarin mit einer halben Stelle an der Göttinger Stadtbücherei musste "nicht das Rad neu erfinden", wie sie sagt. Durch ein ähnliches Vorgänger-Projekt konnte sie sich der Akzeptanz relativ sicher sein. Außerdem profitierte Ellen Richter von ihren Erfahrungen als ehemalige Leiterin einer Bibliothek vor ihrer Kinderpause: "Viele Strukturen sind mir vertraut. So hatte ich keine Probleme, sehr eigenständig zu arbeiten." Deshalb kam es im Laufe eines Jahres wohl auch nur zu zwei Treffen mit ihrem Mentor. "Es hätte wohl besser funktionieren können", meint Mentee Richter. Zwar konnten sich die Frauen ihre potentiellen Mentoren selber wählen, "aber aufgrund schriftlicher Kurzbeschreibungen ist das nicht einfach".

Dennoch ist ihr Fazit positiv: "Durch ein Projekt wird man anders wahrgenommen – von den Kollegen wie auch von den Vorgesetzten." Ellen Richter wurde denn auch von ihrer Chefin unterstützt. Von Beginn an gar nicht vorgesehen waren die Hospitationen der Mentees bei Dezernenten ihrer Wahl. Ellen Richter hatte die Gelegenheit, beim scheidenden Oberstadtdirektor über ihren Tellerrand zu schauen; Daniela Soltwedel fährt für vier Tage ins irische Limerick, um in einem Betrieb zu hospitieren.

Alle hoffen, dass Mentoring als Personalentwicklungsinstrument zukünftig in der Verwaltung selbstverständlich wird. "Dies ist eine einmalige Möglichkeit zum fachlichen Austausch auf einer persönlichen Ebene", fasst Daniela Soltwedel zusammen. Die Frage, wie es für sie persönlich weitergeht, ist bereits beantwortet: "Na, weitermachen!"
Birgit Freudenthal

ReformZeit Nr. 1/ Januar 2000

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