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„Wir machen müde Augen munter“

Kennen Sie das? Sie sitzen jeden Tag an ihrem Arbeitsplatz vor dem Computerbildschirm und je länger Sie auf den flimmernden Monitor schauen, desto mehr verschwimmen die Buchstaben vor Ihren schmerzenden Augen? Sie reiben und zwinkern und haben abends kleine rote Äuglein? Dabei gibt es auch für das Auge eine Reihe wirksamer Entspannungstechniken. Das Ministerium für Frauen, Arbeit und Soziales (MFAS) bietet seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, eine spezielle Sehschule zu absolvieren und somit die Belastung der Augen im Berufsalltag zu verringern.

Dreimal 90 Minuten und eine Einführungsveranstaltung dauert der Kurs, der in diesem Winter für die Beschäftigten des MFAS angeboten wird. "Allerdings müssen sie dafür Ihre Freizeit opfern", sagt Manfred Baier vom MFAS, "dafür ist der Kurs kostenlos. Wir hatten im letzten Jahr mit der Rückenschule und dem gleichen Modell großen Erfolg bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern". Mehr als 40 Prozent hätten sich daran beteiligt.

Kursleiter Ulrich Kuhndt vom Institut für Gesundheitssport, der auch schon die Rückenschule präsentierte, möchte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter "für ihre Augen begeistern". Augenschmerzen, z.B. durch zu langes Sehen auf Computermonitore, haben immer mit verspannten Muskeln zu tun. "Unser Auge hängt an sechs Muskeln", erklärt Kuhndt, "wenn sie nicht ausreichend bewegt werden, verkümmern sie und das Sehen wird schlechter".

Im Kurs lernen die Beschäftigten daher eine ganze Reihe verschiedenster Übungen für ihre Augen, z.B. chinesische Akupressurtechniken, also das Massieren bestimmter Stellen auf den Gesichtsknochen oder auf der Schläfe. Ein "Augenspaziergang" durch einen gezeichneten Irrgarten voller Linien oder das "periphere Sehen" von gezeichneten Gesichtern in geringem Abstand auf einem Bogen DIN A0-Papier fördert die Beweglichkeit des Sinnesorgans.

Häufiges Zwinkern und das Balmieren, d.h. das etwa einminütige Abdecken der Augenlider mit den angewärmten Handballen, entspannt die Augen nach den Übungen zusehends und führt zu einem klareren Bild, Farben werden deutlicher wahrgenommen. Auch das Gähnen und Strecken der Gliedmaßen sei sehr wichtig, betont Kuhndt, "wir wollen den Menschen Lust zum Sehen machen. Wir bieten eine ganze Reihe verschiedener Techniken, wo sich jeder etwas für sich selbst heraussuchen kann".

Nicht zuletzt spielt auch die Arbeitsplatzgestaltung, das "Sehfeld" der Beschäftigten eine wichtige Rolle. Augen, denen abwechslungsreiche Reize geboten werden, z.B. durch farbenfrohe Pflanzen, ermüden weniger schnell als in einem monotonen Umfeld.

Das erfolgreiche hausinterne Fortbildungsprogramm des MFAS soll in diesem Jahr mit Kursen zu Entspannungstechniken und Nichtraucherprogrammen weitergeführt werden.
Oliver Lepold

ReformZeit Nr. 1/ Januar 2000

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