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Lauftraining macht fit für Marathon

Was soll ich morgens frühstücken?" – "Wo ordnet man sich im Starterfeld ein?" – "Wird die Startnummer am Bauch oder am Rücken befestigt?" Vorbereitungen vor dem Hannover-Marathon. 29 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat Dr. Josef Reinelt, Betriebsarzt des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie, fit für den Lauf gemacht.

Am letzten Treffen vor dem großen Tag sind noch wichtige Fragen zu klären, denn für die meisten ist es der erste Wettkampf überhaupt.

Über tausend Menschen starten am 14. Mai um acht Uhr morgens über die Strecke von fünf oder zehn Kilometern. Darunter "Kinder, ganze Familien und Hochbetagte", wie Dr. Reinelt begeistert feststellt. "Ein echter Volkslauf." Mittendrin, mit eigens für diesen Zweck angefertigten T-Shirts, die 29 Läuferinnen und Läufer des Landesamtes für Ökologie.

Frühmorgens ist die Luft noch klar und die Temperaturen sind noch angenehm. Jeder läuft sein eigenes Tempo, alle erreichen gesund und zufrieden das Ziel, die 59-Jährige Sekretärin genauso wie der 20 Jahre jüngere Techniker. Noch vor drei Monaten waren viele der Teilnehmer noch nie gelaufen oder "zuletzt vor dreißig Jahren bei der Bundeswehr". – "Im Februar waren wir noch ,Schreibtischtäter’", sagen sie.

Beine gemacht hat ihnen Dr. Josef Reinelt. Der Betriebsarzt fing Anfang des Jahres mit dem regelmäßigen Laufen an und war sofort begeistert. "Ich bin fitter, habe die Grippewelle ohne Infektion überstanden und kann beim Laufen wunderbar entspannen." An diesen Erfahrungen wollte der 46-Jährige auch seine Kolleginnen und Kollegen teilhaben lassen und rief zu einer ersten Informationsveranstaltung auf, zu der sich 60 Leute meldeten.

Die Interessierten erhielten einen Trainingsplan für Anfänger, ein Sportpädagoge wurde als Trainer verpflichtet und ein bis zwei Mal in der Woche traf man sich zum gemeinsamen Lauf in der Mittagspause. Regelmäßige Treffen zum Erfahrungsaustausch und zum Besprechen von Fragen rundeten das Ganze ab. Nicht die Höchstleistung steht beim Training im Mittelpunkt. "Ziel ist, dass man sich beim Laufen wohl fühlt", gibt Dr. Reinelt als Devise aus. Und das scheint bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut angekommen zu sein. Alle wollen den Lauftreff auch nach dem Hannover-Marathon am Leben erhalten. Das Arbeitsklima profitiert ebenfalls: "Die Zusammenarbeit ist unkomplizierter geworden", stellt Reinelt fest. Über das Laufen lernt man Kolleginnen und Kollegen aus anderen Abteilungen kennen und kann außerhalb der starren Hierarchie miteinander reden.

Übrigens: Körperliche Bewegung wirkt wie ein Medikament. Sie kann zahlreiche Krankheiten verhüten. Neben den Herz- und Kreislaufdaten werden der Fettstoffwechsel, der Zuckerstoffwechsel und die Blutgerinnung günstig beeinflusst. Überdies steigern sich die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Eine Normalisierung des Körpergewichts wird unterstützt.
Birgit Abraham

ReformZeit Nr. 3/ Juli 2000

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