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izn setzt auf Offenheit im Umgang miteinander

Im Informatikzentrum Niedersachsen (izn) hat seit April dieses Jahres eine Projektgruppe an der Entwicklung eines Mitarbeiterhandbuchs gearbeitet. Noch vor Jahresende werden die Unterlagen an alle izn-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter verteilt.

Ziel des Handbuches: Die Abläufe im Landesbetrieb und den Umgang miteinander durchsichtiger zu machen und verbindlich für alle Beteiligten festzulegen. Dies gilt für die Instrumente wie Zielvereinbarungen und Personalfördergespräche genauso wie für die Einarbeitung von neuen Mitarbeitern und die Personalauswahl. Die im Mitarbeiterhandbuch festgeschriebenen Standards sollen auch unter Zeitdruck eingehalten werden. Zum Beispiel bei Beförderungen: "Wenn ich bisher mit dem Anliegen, befördert zu werden, zu meinem Chef gehe, verpufft das möglicherweise dort", erzählt der Programmierer Ulrich Heinelt. "Jetzt ist der Weg vorgeschrieben, wie der Vorgesetzte mit meinem Anliegen umzugehen hat."

Transparenz wird groß geschrieben: Bei der Personalauswahl für eine ausgeschriebene Stelle werden die abgelehnten Bewerber künftig über die Gründe ihrer Nicht-Berücksichtigung informiert, damit sie die Chance haben, fehlende Qualifikationen zu erwerben. Auch werden Beamte und Angestellte nach den gleichen Kriterien beurteilt, um Chancengleichheit zu gewährleisten. Das Handbuch soll auch eine Entlastung der Personalstelle bewirken, die dann ihren Service ausbauen kann. "Es hilft jedem, ob Führungskraft oder Mitarbeiter, seine Rolle zu finden", beschreibt Nina Höger, die in der Personalstelle arbeitet, die Qualität des Mitarbeiterhandbuchs.

Es soll auch die Unternehmenskultur des izn transportieren: "Kritik äußern und auch annehmen", nennt Justitiarin Britta Jordan einen wichtigen Punkt, der auf den ersten Blick vielleicht selbstverständlich erscheint. "Im Mitarbeiterhandbuch sind viele Kleinigkeiten drin, aber wir wollten möglichst viel festschreiben", erklärt der Personalratsvorsitzende Horst Knoke.

Die Mitarbeitervertretung war von Anfang an in der Projektgruppe vertreten und trägt die Inhalte voll mit. "Zurzeit laufe ich nur durch das Haus und rede mit den Kolleginnen und Kollegen darüber", berichtet Knoke. Viele seien natürlich noch skeptisch. Doch Knoke ist optimistisch: "Bis alle im Handbuch beschriebenen Situationen durchlaufen worden sind, wird es zwei Jahre dauern. Dann werten wir die Erfahrungen aus und machen uns an die Feinjustierung." Auf dem Hintergrund des hohen Personalbedarfs des izn erfüllt das Mitarbeiterhandbuch noch eine weitere Funktion: "Wir wollen damit auch Leute an uns binden", sagt Britta Jordan. "Woanders verdienen sie vielleicht mehr Geld, aber Geld ist nicht alles. Wenn sie weggehen wollen, sollen sie sich fragen, ob es hier nicht vielleicht schöner ist."

ReformZeit Nr. 5/ Dezember 2000

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