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"Wo bleibt die soziale Verantwortung des Landes?"

Es ist schon erstaunlich, wie gebetsmühlenartig von unserem Sonderstaatssekretär behauptet wird, alle Angestellten und Beamten trügen die Reformen im öffentlichen Dienst in den Verwaltungen mit.

Dies ist ganz entschieden nicht der Fall! Zum einen werden die Belastungen am Arbeitsplatz immer größer. Dies umfasst nicht nur die Arbeitsmenge, sondern auch das, was an Gesetzesänderungen den Beamten und Angestellten ins Haus flattert. Da wird keine Rücksprache mehr mit den Sachbearbeitern in den Frontverwaltungen gehalten, sondern einfach ein neues Gesetz verabschiedet, ohne die Folgen am Arbeitsplatz im Auge zu behalten. Stichwort: Umsetzbarkeit des Gesetzes am Arbeitsplatz.

Ohnedies sind durch den Arbeitsplatzabbau einige Angestellte besonders hart betroffen. Es sind Kollegen, die am Anfang ihres Berufslebens stehen. Die hoch motiviert jeden Tag in die Behörden des Landes gehen, um ihre Arbeit zu verrichten. Viele dieser Kollegen werden in kurzer Zeit von Hartz IV leben dürfen, da dieser Personenkreis mit Zeitverträgen des Landes ausgestattet wurde, um Arbeitsspitzen abzubauen.

Ich frage mich, wo da die soziale Verantwortung sein soll?! Gerade diese Angestellten haben ein Berufsleben von vielleicht noch 40 Jahren vor sich, würden gerne Familien gründen und so den Sozialstaat stützen. Stattdessen können sich viele Kollegen in Zukunft in das Heer der Arbeitslosen einreihen. Und die Job-Börse kommt für Zeitverträge nicht in Frage.

Natürlich könnten diese Kollegen versuchen, über Fortbildungsmaßnahmen ihre Chancen zu verbessern … jedoch das Land Niedersachsen hat für Fortbildungsmaßnahmen seiner Beschäftigten kein Geld mehr übrig.

Zeitverträge können diese Sache schon gleich abhaken, da sie eh auf der Einsparliste stehen. Solche Kollegen benötigen auch keine Fortbildungsmaßnahmen. Was also rät man einem motivierten Mitarbeiter von Anfang 20 mit einem Zeitvertrag, der demnächst mit dem Auslaufen des Vertrages rechnen muss???

Mir kommt es so vor, als wäre Niedersachsen mittlerweile eine Aktiengesellschaft. Bei Aktiengesellschaften schmeißt man die Leute und ihr Potenzial und ihr Wissen raus, um Kosten zu senken und die Gewinne zu steigern. Beim Land Niedersachsen schmeißt man die Leute raus, um Kosten zu senken und dafür Wählerstimmen zu kassieren …

Darüber sollte auch mal geredet werden.

Sebastian Schulze
NLBV Aurich

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