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"Jeder hat seine persönliche Geschichte"

Landesbibliothek Oldenburg löst Personalprobleme gemeinsam mit der Job-Börse


Karl-Heinz Otten
Karl-Heinz Otten

Eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern spielen die Ansprechpartner der Dienststellen. Sie unterstützen in den aufnehmenden Organisationen die Integration der neuen Kolleginnen und Kollegen, in den abgebenden begleiten sie die Vermittlung der gemeldeten Beschäftigten. Nachdem sich die Ansprechpartner im Rahmen eines Workshops auf ihre Aufgabe vorbereitet hatten, tauschte man in einem "Follow-up-Workshop" im Januar dieses Jahres Erfahrungen aus – über Vermittlungen, die Job-Börse und die Situation in den Dienststellen. "Alle haben viel Positives berichtet", fasst Karl-Heinz Otten zusammen, Ansprechpartner in der Landesbibliothek Oldenburg.

Drei Beschäftigte sind der Landesbibliothek Oldenburg durch die Job-Börse im letzten Jahr vermittelt worden. "Wir sind zwar nur eine kleine Dienststelle, haben aber durch die natürliche Fluktuation doch einen gewissen Bedarf", sagt Karl-Heinz Otten. Der Verwaltungsleiter der Bibliothek hält als Ansprechpartner für die Job-Börse engen Kontakt zu Nadine Mertin von der zuständigen Vermittlungsstelle. Dass man sich aus der ehemaligen Bezirksregierung noch kenne, wirke sich hier sehr positiv aus. "Der Informationsfluss klappt einfach, wenn die Kommunikation gut ist", sagt Otten.

Die Neuzugänge an der Landesbibliothek Oldenburg seien allesamt "keine typischen Fälle", wie Otten meint. "Jeder Mitarbeiter hat seine persönliche Geschichte." Zum Beispiel habe man für die Betreuung der 80 IT-Arbeitsplätze einen Systemadministrator gesucht. In der Job-Börse gab es einen geeigneten Bewerber bei der Polizei. "Ein absoluter Glücksgriff", wie Otten rückblickend sagt. Die positive Einschätzung der Polizei habe sich voll und ganz bestätigt. Seinem persönlichen Wunsch entsprechend konnte der Systemadministrator nun in Oldenburg bleiben.

Die Einstellung einer neuen Haushaltssachbearbeiterin gestaltete sich komplizierter. Nachdem der ehemalige Stelleninhaber nach seiner Altersteilzeit endgültig in den Ruhestand gegangen war, wurde Otten durch die Job-Börse auf eine Sachbearbeiterin der ehemaligen Bezirksregierung aufmerksam, die fünf Jahre Berufspraxis hatte, allerdings aus einem ganz anderen Bereich kam. Im Zusammenhang mit der Verwaltungsreform war die Beschäftigte zunächst zur Polizeidirektion Cuxhaven gekommen. Dort einmal eingearbeitet, ließ man sie nur ungern zur Bibliothek nach Oldenburg wechseln. "Dank der guten Abstimmung mit der Polizeidirektion konnten wir aber allen gerecht werden", sagt Karl-Heinz Otten. Die neue Kollegin habe sich sogar finanziell verbessert und einen anspruchsvolleren Arbeitsbereich als früher. Die Kosten für eine notwendige Reisekosten-Schulung in Bad Münder wurden von der Job-Börse übernommen.

Dass in absehbarer Zeit eine neue Reinigungskraft benötigt würde, hatte der Verwaltungsleiter der Landesbibliothek frühzeitig an die Job-Börse gemeldet. Fündig wurde die Vermittlungsstelle im ehemaligen Forstamt Hasbruch. Nach der Auflösung war die dortige Reinigungskraft vom Wohnort Hude bei Oldenburg für zwei Arbeitsstunden täglich in Richtung Wilhelmshaven unterwegs – insgesamt 150 Kilometer. Der neue Arbeitsplatz in Oldenburg ist nicht nur näher, auch die Arbeitszeit lässt sich besser gestalten, da sich die neue Mitarbeiterin mit drei Kolleginnen abspricht. Karl-Heinz Ottens Fazit: "Die meisten Probleme lassen sich individuell lösen, wenn alle beteiligten Stellen eine gute und offene Kommunikation pflegen. Die neuen Mitarbeiter hätten ohne die Job-Börse kaum eine passende Stelle gefunden."

Birgit Freudenthal
ReformZeit Nr. 1/ März 2006

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