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Den kleinen Unterschied berücksichtigen

Wissenspool und eLearning-Programm als Basis für Gender- und Familienprüfung


Um zukünftige Genderprüfungen und die Prüfungen auf Auswirkungen auf Familien zu erleichtern, wurde im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit ein Wissenspool erarbeitet. Seit Oktober vergangenen Jahres steht er im Intranet allen Ressorts zur Verfügung. Das Besondere: 2.500 so genannte Teaser führen die Nutzerinnen und Nutzer zu Daten in wissenschaftlich abgesicherten Studien oder amtlichen Statistiken, die unter Genderaspekt erhoben wurden. Der Wissenspool ist hilfreich für das eLearning-Programm zum Gender Mainstreaming, das ebenfalls im Ministerium in Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim und dem Kompetenzzentrum eLearning Niedersachsen bei der nordmedia entwickelt und barrierefrei gestaltet wurde.

Mit dem Programm soll den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der einzelnen Ressorts ein Einstieg in Sachen Gender Mainstreaming ermöglicht werden. Dabei komme es zunächst darauf an, für das Thema zu sensibilisieren, sagt Marion Olthoff vom Niedersächsischen Sozialministerium: "Jedes Ressort findet sich mit einem Beispiel im Lernstoff wieder. Außerdem wird eine Kabinettsvorlage als Fallbeispiel von Anfang bis Ende durchgespielt.” Unterschiedliche Interessen und Lernzugänge wurden beim Aufbau des Stoffes berücksichtigt. Die Nutzerinnen und Nutzer suchen sich aus, wann sie Infoblöcke abarbeiten, recherchieren oder Aufgaben lösen. Am Ende ist ein Abschlusstest mit Zertifikat möglich. Vorerst sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der niedersächsischen Ministerien und der Staatskanzlei das Lernprogramm nutzen können, langfristig wird es allen Bediensteten der Landesverwaltung zur Verfügung stehen.

Wissenspool

Ein animiertes Intro soll Lust machen auf das neue eLearning-Programm zum Thema Gender Mainstreaming. Jedes Ressort findet sich mit einem Beispiel im Lernstoff wieder, zudem wird eine Kabinettsvorlage durchgespielt. Am Ende kann der/die Lernende einen Abschlusstest absolvieren. Entwickelt wurde das Programm vom Niedersächsischen Sozialministerium in Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim und dem Kompetenzzentrum eLearning Niedersachsen bei der nordmedia.

Um einen schnellen Zugang zu den benötigten Informationen zu gewährleisten, können die Nutzerinnen und Nutzer auf den Wissenspool im Intranet zurückgreifen, der seit Oktober vergangenen Jahres zur Verfügung steht. Beispiel Energie: Wo hier der Genderaspekt zu finden ist, werden sich nicht nur Fachfremde fragen. "Im Pool finde ich Daten zum unterschiedlichen Umgang von Männern und Frauen mit erneuerbaren Energien, abgesichert durch Studien”, sagt Olthoff. Die Datenlage zeige, dass Frauen im Vergleich zu Männern stärker für das Thema sensibilisiert seien. Die Akzeptanz für die Ökosteuer ist bei den Frauen höher (49 Prozent) als bei Männern (36 Prozent); und mehr Frauen als Männer finden Strom aus erneuerbarer Energie wichtig (55 zu 44 Prozent). Die Zahlen gehen auf unterschiedlichste Studien sowie Zählungen der Statistischen Ämter zurück, die oftmals wenig bekannt sind. "Wenn politisch oder auf Verwaltungsebene gehandelt werden soll, kann das nötige Wissen aus der Datenbasis bezogen werden”, sagt Marion Olthoff. "Für eine Kampagne des Umweltministeriums im Bereich Energie könnte dies zum Beispiel bedeuten, dass Männer und Frauen auf ganz unterschiedliche Weise, nämlich zielgruppengerecht angesprochen werden müssen.” Die Datenbank bietet bis jetzt 2.500 Teaser für die unterschiedlichsten Fachthemen – von A wie Arbeit bis W wie Wirtschaft. "Hinweise auf neue Studien, worin Fakten auch hinsichtlich der Männer- bzw. Frauenanteile differenziert werden, sind uns sehr willkommen”, sagt Marion Olthoff.

Die Einrichtung des Wissenspools geht ebenso wie die Entwicklung des eLearning-Programms und die Teilzeit-Schulung von Gender-Multiplikatoren auf den Kabinettsbeschluss vom Dezember 2006 zurück. Alles zusammen soll dazu beitragen, die Selbstverpflichtung zum Gender Mainstreaming plus Familienfreundlichkeit mit Leben zu erfüllen und beides als selbstverständlichen Prozess dauerhaft in der Landesverwaltung zu verankern.

Mehr Infos im Intranet unter: http://intra.wissenspool.niedersachsen.de und http://intra.elearning.genderundfamilie.niedersachsen.de . Zur Zeit ist das eLearningprogramm auf Grund technischer Probleme für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im MS, MU und MWK noch nicht freigegeben bzw. nur eingeschränkt nutzbar. Sie erhalten demnächst automatisch eine Information, sobald die Probleme behoben sind. Wir bitten um etwas Geduld.

Birgit Freudenthal

ReformZeit 1 / April 2008

Ob Finanzforum oder Vollzug – Ressorts prüfen geschlechtsspezifische Auswirkungen

Ein vom Sozialministerium vorgelegter Zwischenbericht zur Weiterentwicklung des Gender Mainstreaming in der Landesverwaltung listet über 30 Projekte einzelner Ministerien auf, in denen exemplarisch auf die Aspekte des Gender Mainstreaming und der Auswirkungen auf Familien geprüft wird bzw. wurde.

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