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Der Zensus – eine Herausforderung an die Statistik

„Verwaltung für den Zensus“ im LSKN arbeitet mit Hochdruck an der Umsetzung


Der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) hat derzeit rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund 360 im Bereich Statistik arbeiten. Für die Durchführung des Zensus werden mehr als 400 zusätzliche Beschäftigte benötigt. Damit verdoppelt sich der Statistikbereich etwa ein Jahr lang.

Spiegelbildlich zur Linienorganisation wird eine neue Organisation aufgebaut, die „Verwaltung für den Zensus”, die ebenfalls in fünf Bereiche gegliedert ist: „Personal und Organisation”, „Innere Dienste”, „IT-Technik”, „Einkauf, Finanzen und Controlling” sowie „Recht, Datenschutz und IT-Sicherheit”. Die fünf dafür Verantwortlichen stammen aus den entsprechenden Bereichen des LSKN und übernehmen peu à peu immer mehr Aufgaben für den Zensus, bis sie nur noch damit beschäftigt sind. „Mit diesem atmenden System reagieren wir besonders effektiv auf die wachsenden und wieder nachlassenden Anforderungen”, sagt Jürgen Reiche, Vorstand Steuerung und Personal im LSKN.

Auch das zusätzliche Personal folgt diesem Prinzip. „Rund 110 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bereits eingestellt”, erläutert Rüdiger Peist, Leiter der „Verwaltung für den Zensus”. Ein Teil der Beschäftigten ist über einen Rahmenvertrag von der Vivento ausgeliehen, andere wurden hausintern oder über die Job-Börse Niedersachsen gefunden, wieder andere sollen durch das Arbeitsamt vermittelt werden. Im August wird das nächste Bewerbungsverfahren starten. 2011 sind dann alle Zusatzkräfte an Bord, voraussichtlich ab Februar 2012 wird das Personal dann wieder abgebaut.

Bislang arbeiten alle für den Zensus verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gebäude des LSKN an der Göttinger Chaussee, zum 1. August ziehen sie dann ins Stadtzentrum um, wo nach langer Suche ein geeignetes Gebäude gefunden wurde. Denn es musste nicht nur den räumlichen Anforderungen genügen, schließlich werden rund 6.000 qm Bürofläche benötigt. Genauso wichtig war, dass die Anmietung ebenfalls sukzessive erfolgen und der Mietvertrag zweimal verlängert werden kann, sollte sich die Durchführung des Zensus verzögern. Geplant ist, das Gebäude bis Ende 2012 wieder vollständig zu räumen. Aber es ist ja nicht damit getan, ein Gebäude zu finden. „In der Kürze der Zeit eine funktionierende Büroinfrastruktur mit mehr als 400 IT-Arbeitsplätzen einzurichten, ist schon eine Herausforderung”, sagt Rüdiger Peist und zieht zum Vergleich das Innenministerium heran, das ungefähr in der gleichen Größenordnung liegt.

Derzeit erstellt der LSKN anhand der vielen Einzeldaten das zur Erhebung wichtige Anschriften- und Gebäudeverzeichnis. Bis zum 31. Juli soll es fertig sein. Darüber hinaus muss ein Anbieter gefunden werden, der 2,8 Millionen sechsseitige Fragebögen an die Immobilienbesitzer druckt, adressiert und verschickt. „Das bedarf allerdings einer europaweiten Ausschreibung”, sagt Rüdiger Peist. Auch die Fragebögen für die stichprobenartig durchgeführten Haushaltsbefragungen sind zu drucken. Zudem muss sichergestellt werden, dass die Bögen eingescannt und ordnungsgemäß vernichtet werden, bevor die Datensätze zur weiteren Bearbeitung an den LSKN gehen.

Nach Abschluss der Arbeiten soll das Ergebnis der amtlichen Einwohnerzahl im November 2012 vorliegen.

Heinke Liere
ReformZeit 2 / Juni 2010

„Statistik ist die Abbildung gesellschaftlicher Realität in Zahlen“

In jedem Dorf, in jeder Stadt, in jedem Land der EU wird im kommenden Jahr die Bevölkerung gezählt. Auch Niedersachsen bereitet sich auf den Zensus 2011 vor. ReformZeit sprach mit Eckart Methner, Statistik-Vorstand des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen.

Stichwort Volkszählung

Geplant war die letzte Volkszählung für den 27. April 1983, doch stieß der umfassende Fragebogen politisch wie juristisch auf Widerstand und wurde letztlich durch das Bundesverfassungsgericht untersagt.

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