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Strikte Nutzerorientierung bringt Erfolg

Niedersächsische Online-Plattform „nline“ bietet Lehrkräften optimale Bedingungen


Reformzeit
Horst Eysel vom NiLS war maßgeblich an der Entwicklung der nutzerorientierten Arbeits- und Kommunikationsplattform nline beteiligt. Heiko Nealon ist im NiLS für den Bereich des eLearning zuständig.

Wenn es um Wissensmanagement geht, werden internetbasierten Kommunikations- und Arbeitsplattformen für die Vernetzung und den Informationsaustausch eine wichtige Rolle zugeschrieben. nline heißt eine der größten Arbeits- und Kommunikationsplattformen des Landes, die sich an Lehrerinnen und Lehrer als Nutzer richtet und zudem kostenlos ist.

Die Anfänge reichen zurück bis zur Multimediainitiative des Landes 1997. Damals begann man mit einigen Foren zum Thema Gesundheit; mittlerweile gibt es über 30.000 eingetragene Nutzer auf nline und fast 900 moderierte Gruppen zu den unterschiedlichsten Themen. Gepflegt wird die Eigenentwicklung im Niedersächsischen Landesamt für Lehrerbildung und Schulentwicklung (NiLS) in Hildesheim.

Horst Eysel hat die Technik der Plattform maßgeblich mitentwickelt. Damals habe man auf Anforderungen der Praxis reagiert und überlegt, inwieweit man die Möglichkeiten des Internets und das, was momentan unter dem Schlagwort Web 2.0 zusammengefasst wird, für den Bildungsbereich in Niedersachsen nutzen könnte. Von Anfang an habe man einen ausgeprägten Erfahrungsaustausch mit den Nutzern gepflegt, so Eysel. "Wir haben uns immer gefragt, welche Funktionen in der Praxis tatsächlich benötigt werden." Nach mehrjähriger Erprobung und Optimierung bietet die Kooperationsplattform alle auf die Bedürfnisse der Nutzer abgestimmte Funktionen: differenzierte Verwaltung von Teilnehmerkonten, Gruppen, Rollen und Zugriffsrechten, Dateimanagement zur Bereitstellung von Materialien und Arbeitsergebnissen und vieles mehr. Die etwa 80.000 Lehrkräfte im Land haben berufsbedingt einen beständigen Fortbildungsbedarf und zeigen überdies eine hohe Bereitschaft, sich auf internetgestützte Lernformen einzulassen. Nachdem man mit Diskussionsforen und Chaträumen Erfahrungen gesammelt hatte, wurde nline im Laufe der Jahre um weitere leistungsfähige Kommunikationsmodule erweitert: Neben einer Kalender- und einer Mailfunktion bietet die Plattform mit Materialsammlungen und Wikis auch komplexe Werkzeuge zur asynchronen Kommunikation. Die technischen Voraussetzungen für eine weitgehende themenbezogene Vernetzung der Nutzenden sind also vielfältig. Auch Konferenzen können online abgehalten werden. "Die Einführung von Audiokonferenzen in nline ist ein Qualitätssprung für die Nutzenden", sagt Heiko Nealon, der im NiLS für eLearning zuständig ist.

Als vor einigen Jahren Englisch für die Grundschule in den Lehrplan aufgenommen wurde, stand man vor der Herausforderung, in relativ kurzer Zeit die Grundschullehrerinnen und -lehrer im Land entsprechend weiterbilden zu müssen. Mit eLearning-Kursen, welche die nline-Arbeitsumgebung als virtuellen Kursraum nutzen, löste man das Problem. Die Audiofunktion erlaubte es sogar, Lieder für den Grundschulunterricht einzustudieren und Diskussionsrunden mit englischsprachigen Gästen zu veranstalten. Für den Kurs "Englisch in der Grundschule" wie für andere Lerngruppen gilt: Gelerntes kann sofort im Unterricht umgesetzt werden, und die gemachten Erfahrungen können von den Gruppenteilnehmern online diskutiert und weitergegeben werden. Da auch ehemaligen Kursteilnehmenden der Zugriff auf die Lernumgebung erhalten bleibt, profitieren "die Neuen" jeweils von den gesammelten Erfahrungen der früheren Lernenden. Im Laufe der Jahre ist eine stattliche Materialsammlung mit Unterrichtskonzepten und Lernmodulen entstanden, die auf dem Niedersächsischen Bildungsserver NiBiS öffentlich zugänglich ist. In dieser virtuellen Öffentlichkeit liegt jedoch ein psychologischer Stolperstein für die Nutzung von nline im Alltag, meint Markus Hohmeister. Der Administrator und Fachleiter für besondere Aufgaben im Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien in Göttingen nutzt die Möglichkeiten der Arbeitsplattform sehr intensiv für die Kommunikation mit seinen Lehramtsanwärtern. "Die Referendare befinden sich hier in einem geschützten Arbeitsraum", sagt Hohmeister. Die Lehrkräfte scheuten sich seiner Beobachtung nach aber, z.B. selbst zusammengestellte Unterrichtskonzepte in die Gruppen einzubringen. "Kernfrage ist: Darf ich das eigentlich?" Dass urheberrechtliche Fragen unbedingt geklärt werden müssen, um Handlungssicherheit beim Austausch von Arbeitsergebnissen zu erreichen, ist den Mitarbeitern im NiLS durchaus bewusst. "In den eLearning-Kursen ist das ein Thema, das mit als Erstes zur Sprache kommt – bevor die inhaltliche Arbeit losgeht", sagt Heiko Nealon. Dennoch gilt, dass es nicht reiche, lediglich eine optimale Technik zur Verfügung zu stellen. "Die Nutzenden müssen ihre Vorteile erkennen, zum Beispiel die Arbeitserleichterung auf lange Sicht", sagt Horst Eysel, der wie Heiko Nealon selbst etliche Gruppen als Moderator betreut. "Wir graben nur die Löcher für die Zukunft, die Pflanzen müssen andere einsetzen."

www. NIBIS.de -> Service -> NiBiS Angebote -> nline

Birgit Freudenthal

ReformZeit 1 / März 2009

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