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Erfolgsmodell Mentoring feiert zehnten Geburtstag

Viertes ressortübergreifendes Programm für Frauen in den Obersten Landesbehörden erfolgreich abgeschlossen


Reformzeit
Das Interesse der weiblichen Nachwuchskräfte am Mentoring-Programm in den Obersten Landesbehörden war auch beim vierten Durchlauf ungebrochen.

Genau zehn Jahre nach dem Start des EU-Projektes "Step up Now”, das seinerzeit die Idee des formellen Mentorings in die niedersächsische Verwaltung brachte, konnte der vierte ressortübergreifende Durchgang der Obersten Landesbehörden erfolgreich abgeschlossen werden. Die zwanzig Mentees kamen auch diesmal wieder aus fast allen Ressorts, einschließlich Landesrechnungshof und Staatskanzlei.

Das Interesse der weiblichen Nachwuchskräfte ist ungebrochen – zur Informationsveranstaltung vor Beginn des vierten Programms kamen über 80 Frauen. Innerhalb der Ministerien mussten schließlich eigene Auswahlprozesse stattfinden, da es mehr Bewerbungen als Plätze gab. Das überrascht einerseits, denn man weiß aus anderen Organisationen, dass sich nach mehreren Durchgängen oft das Interesse an den Mentoring-Programmen ausdünnt. Andererseits sprechen die nach wie vor hohen Bewerberinnenzahlen für die Qualität des Programms in den Obersten Landesbehörden.

"Das Programm ist sehr lebendig”, sagt Alexandra Stück, Mitglied der AG Mentoring. "Es beruht auf einer konzeptionellen Grundlage, in der bestimmte bindende Vorgaben enthalten sind. Daneben ist es aber ganz wichtig, dass die Mentees während der einjährigen Programmlaufzeit eigene Vorstellungen zum Ablauf einbringen können.” Das bedeute, dass die Teilnehmerinnen selbst auch Verantwortung für das Gelingen des Ganzen übernehmen. So hatten die Mentees des vierten Durchgangs ein Kennenlern-Treffen vor der eigentlichen Auftaktveranstaltung angeregt. Im Laufe des Jahres waren drei Seminare für die gesamte Gruppe der Mentees vorgesehen. "Lediglich ein Seminarthema stand fest, die beiden anderen wurden nach Wunsch der Gruppe ausgesucht”, sagt Alexandra Stück. Das SiN hatte wie beim letzten Mal die Seminare organisiert, darüber hinaus holte man sich auch dieses Mal eine externe, erfahrene Prozessbegleiterin an die Seite. "Es herrschte eine positive, optimistische, lösungsorientierte Stimmung”, so beschreibt Heike Mänz von Mänz+Rossmann Organisationsentwicklung ihren Eindruck von der Gruppe. "Die Mentorinnen und Mentoren habe ich überaus motiviert und engagiert erlebt.”

Kernstück eines jeden Mentoring-Programms bildet die Partnerschaft zwischen Mentee und Mentor/in. Was jede einzelne Mentee und jede einzelne Mentorin bzw. jeder einzelne Mentor aus dem einjährigen Programm für sich "mitnimmt”, hängt auch entscheidend von einer gut funktionierenden Tandembeziehung ab, bei der die Chemie stimmt. "Einige der anfänglich rein beruflichen Beziehungen hatten am Ende eine freundschaftliche Basis”, resümiert Alexandra Stück. Beste Voraussetzungen also, um weiter dauerhaft netzwerken zu können. Die Mentees des vierten Durchgangs wollen dazu auch zukünftig den Kontakt untereinander aufrechterhalten. Die Erfahrungen aus allen bisherigen Programmen zeigen, dass sich Mentoring als Maßnahme der Personalentwicklung bewährt hat. Deshalb ist die AG Mentoring bereits mitten in den Planungen für den fünften Durchgang.

Birgit Freudenthal

ReformZeit 1 / März 2009

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