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Beratungsservice Gesundheitsmanagement – Arbeit „fair”bessern

Beratungsservice
Mareike Claus (li.) und Kerstin Utermark vom Beratungsservice Gesundheitsmanagement

Bereits seit 2003 können sich Dienststellen vom Beratungsservice Gesundheitsmanagement beim Aufbau eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements beraten und unterstützen lassen, und zwar kostenlos! Der Beratungsservice besteht aus Mitarbeiterinnen der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. und wird durch das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport finanziert.

Die Checkliste der Berater ist kurz und doch aussagekräftig: Arbeitet man gerne zusammen? Können die Arbeitsaufgaben gut bewältigt werden? Funktionieren Informations- und Kommunikationswege? Kann über Probleme und Verbesserungsvorschläge offen gesprochen werden? Werden langfristig erkrankten Beschäftigten Verfahren zur Unterstützung angeboten? Sind Arbeitszufriedenheit und Gesundheit strategische Organisationsthemen? Falls Sie diese Punkte verneinen müssen oder dort erhebliches Verbesserungspotenzial sehen, kann die Einführung von Gesundheitsmanagement in Ihrer Dienststelle sinnvoll sein.

Der Beratungsservice liefert interessierten Dienststellen erste Informationen zum Thema und trägt durch Beratung und Begleitung dazu bei, Strukturen und Prozesse von Organisationen so zu verändern, dass sie möglichst gesundheitsförderlich sind. Dazu gehört auch, die richtigen Instrumente zur Messung der Arbeitszufriedenheit einzusetzen und die Akteure vor Ort zu vernetzen.

„Gesundheitsmanagement will nicht dem Einzelnen vorschreiben, er solle sich mehr bewegen”, sagt Mareike Claus vom Beratungsservice. Vielmehr gehe es darum, „Arbeit zu ‚fairbessern’”. Wobei fair bedeute, dass die Beschäftigten an der Ermittlung und Bearbeitung von Verbesserungspotenzialen beteiligt sind. Gesundheitsmanagement ist vor allem auf Dauer angelegt. Erkrankungen sollen erst gar nicht entstehenn, vielmehr soll die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten langfristig erhalten werden.

Ein anspruchsvolles Unterfangen. „Gesundheitsmanagement ist ein stetiger Lernprozess, der die Akteure in den Dienststellen inhaltlich stark fordert”, weiß Claudia Schulz, Mitarbeiterin der ressortübergreifenden Personalentwicklung im Innenministerium. Mitarbeiterbefragungen müssen vorbereitet und ausgewertet, Steuerungsgruppensitzungen und Gesundheitszirkel durchgeführt, Ergebnisse gesichert und der Prozess weiterentwickelt werden. „Doch ist es häufig schwierig, inhaltlich eng an den Aufgaben zu arbeiten und gleichzeitig einen objektiven und distanzierten Blick auf die eigene Organisation zu bewahren”, sagt Claudia Schulz. Gerade hier profitierten Dienststellen vom externen Blick des Beratungsservice, der den Projekten an wichtigen Stellen Unterstützung bietet.

Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor bei der Umsetzung von Gesundheitsmanagement ist die professionelle Moderation der Steuerungsgruppen und Gesundheitszirkel, bei der die externe Begleitung ebenfalls zu einem wesentlich ergebnisorientierteren Arbeiten beitragen kann. „Bestehende Schwierigkeiten in der Kommunikation können überwunden und typische Stolperfallen vermieden werden”, bestätigt Mareike Claus.

Häufig sind Verbesserungen ohne großen finanziellen Aufwand zu erreichen. Die Themen, die in den Dienststellen bearbeitet werden, drehen sich oftmals um die Neujustierung der innerbetrieblichen Kommunikation, um eine Verbesserung der Zusammenarbeit oder die Optimierung von Arbeitsabläufen. Grundsätzlich gibt es aber keine vorgefertigten Lösungen. Jede Dienststelle muss ihren eigenen Handlungsbedarf ermitteln und entsprechende Verbesserungsmaßnahmen entwickeln.

Weitere Informationen zum Gesundheitsmanagement in der niedersächsischen Landesverwaltung unter www.gesundheitsmanagement.niedersachsen.de oder über Claudia Schulz, Tel.: 0511/120 63 12, E-Mail: claudia.schulz@mi.niedersachsen.de

Die Mitarbeiterinnen des Beratungsservice Gesundheitsmanagement sind zu erreichen unter: Mareike Claus, Tel.: 0511/388 11 89 37, E-Mail: mareike.claus@gesundheit-nds.de, Kerstin Utermark, Tel.: 0511/ 388 11 89 39, E-Mail: kerstin.utermark@gesundheit-nds.de

Die Landesvereinigung für Gesundheit hat zum Thema „Gesundheitsmanagement in öffentlichen Verwaltungen” einen Leitfaden herausgegeben, der als Einstiegshilfe für alle interessierten öffentlichen Einrichtungen dient. Er kann bei der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. unter www.gesundheit-nds.de > Arbeitsschwerpunkte > Arbeit und Gesundheit heruntergeladen werden.

Heinke Liere
ReformZeit 2 / Juni 2010

„Niemand fängt bei Null an“

Wie gelingt es angesichts der Veränderungsprozesse, gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen zu schaffen? Auf diese Frage versuchte eine von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Nds. initiierte Tagung „Gesund und arbeitsfähig in Niedersachsen“ Antworten zu geben.

„Der zunehmenden Belastung Entlastungsmomente entgegensetzen“

Die Einführung von Gesundheitsmanagement im Land wird weiterhin gefördert. Für das Justizministerium hat der Beratungsservice zum 1. Februar 2010 seine Arbeit aufgenommen, um den weiteren Ausbau dieses bedeutsamen Personal- und Organisationsentwicklungsinstruments zu unterstützen.

Einladung zur Projektwerkstatt Gesundheitsmanagement

Gesundheitsmanagement erfolgreich umsetzen – aber wie? Dieser Frage geht eine vom Innenministerium geförderte„Projektwerkstatt zur Entwicklung eigener Vorgehensweisen in Dienststellen der niedersächsischen Landesverwaltung” am 2. und 3. September am Studieninstitut des Landes in Bad Münder nach.

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