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IT verändert Verwaltung

Hausmesse betont Rolle des izn im Modernisierungsprozess


Hausmesse izn
Auf der Hausmesse erläuterte izn-Mitarbeiter Karsten Kolhoff Innenminister Uwe Schünemann und dem IT-Bevollmächtigten des Landes, Dr. Christoph Lahmann, eines der Produkte

Beratung und Leistungsentwicklung, zentrale Beschaffung, Betrieb von Netzen und Rechenzentren sowie Weiterbildung – das sind die wichtigsten Angebote des Informatikzentrum Niedersachsen (izn), das immer stärker die Rolle eines zentralen Systemhauses des Landes übernimmt. "Gemeinsam Verwaltung modernisieren", so lautete das Motto der ersten Hausmesse, auf der das izn am 16. Februar seine Produkte und Dienstleistungen vorstellte.

Über 250 Gäste aus verschiedenen Ressorts, Behörden, Landesämtern oder Kommunen waren gekommen, um sich über die vielfältigen Aspekte rund um den Einsatz von Informationstechnologie in der niedersächsischen Landesverwaltung zu informieren. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hatte Innenminister Uwe Schünemann übernommen. In seiner Eröffnungsrede verwies der Minister auf die besondere Bedeutung, die das izn im Prozess der Verwaltungsmodernisierung bekommen hat. Informationstechnologie ist die Basis dafür, Geschäftsprozesse schneller, kostengünstiger und vor allem auch stärker an den Ansprüchen der Bürger und Unternehmen ausrichten zu können. Um dieses Potenzial bestmöglich zu nutzen, hat das Land im April 2005 beschlossen, das izn zum zentralen IT-Dienstleister der Landesverwaltung auszubauen. Hier soll künftig der IT-Betrieb aller Ressorts zusammengeführt werden. Nur die Fachaufgaben verbleiben in der Verantwortung der Häuser. Vorreiter ist die Staatskanzlei, die ihre IT-Querschnittsaufgaben zurzeit als erstes Ressort auf das Systemhaus überträgt.

"Das izn ist sowohl Kind als auch Instrument der Verwaltungsmodernisierung", betonte Uwe Mäurer, Geschäftsführer des izn. 1997 als IT-Dienstleister gegründet, ist das als Landesbetrieb organisierte Systemhaus ständig gewachsen. Nachdem im vergangenen Jahr noch die IuK-Dezernate der aufgelösten Bezirksregierungen in das izn integriert wurden, kümmern sich heute bereits 420 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an fünf Standorten um die IT-Belange etlicher Behörden. Darüber hinaus ist das IT-Haus an vielen Projekten beteiligt, vom internen Personalmanagementverfahren (PMV) bis hin zur virtuellen Poststelle. Allein beim PMV muss das izn auf der technischen Seite dafür sorgen, dass künftig etwa 24.000 Nutzer aus allen möglichen Bereichen der Verwaltung rund 165.000 Personalfälle bearbeiten können – angefangen bei der Stellenbewirtschaftung über Fortbildungsmanagement, Personalkostenbudgetierung, Dienstpostenverwaltung bis hin zu einem Zeitmanagement-Modul für die Schichtdienstplanung.

Hausmesse izn
izn-Geschäftsführer Uwe Mäurer (rechts) begrüßte Uwe Schünemann, der die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen hatte.

Herausforderung eGovernment

Ohne IT-Einsatz sind die meisten Verwaltungsleistungen längst nicht mehr zu erbringen. Aber die rasanten Entwicklungen des Internet eröffnen noch viel weitreichendere Möglichkeiten. Heute liegt die Herausforderung in der rechtssicheren elektronischen Kommunikation mit dem Kunden, egal ob Bürgerin oder Bürger, kommunale Verwaltung oder Unternehmen. Online-Verfahren ermöglichen es, Geschäftsprozesse komplett medienbruchfrei elektronisch abwickeln zu können: vom Antrag des Kunden über die Abwicklung bis zur archivierten Akte. "Somit ist die IT eine treibende Kraft und zugleich die Basis zur Modernisierung der Verwaltung ", so izn-Geschäftsführer Mäurer.

Betrachtet man den Masterplan zur Einführung von eGovernment, wird die Schlüsselrolle des izn bei diesem Prozess offensichtlich. Insgesamt 99 online-geeignete Dienstleistungen und interne Verwaltungsleistungen in allen Ressorts der Landesverwaltung sollen auf Beschluss der Landesregierung bis 2014 umgesetzt werden. Dieses ehrgeizige Ziel sei jedoch nur erreichbar, wenn izn und Behörden vertrauensvoll zusammenarbeiten, betonte Innenminister Uwe Schünemann. "Gemeinsam Verwaltung modernisieren", so Schünemann, "bedeute auch, die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Zukunftsaufgaben zu beteiligen und mitzunehmen."

Information und Austausch

Wie viele Services und Dienstleistungen das izn schon heute für die Landesverwaltung erbringt, wurde bei den zahlreichen Vorträgen und Präsentationen der Hausmesse deutlich. Schwerpunkte bildeten die Kundenprojekte im Bereich interner Verwaltungsleistungen wie NIVADIS, PMV oder die elektronische Registerführung mit RegisSTAR, Projekte im Bereich des eGovernment wie die Multifunktionskarte oder das rechtskonforme elektronische Beschaffungsmanagement sowie die Möglichkeiten zur Kostenreduzierung durch Konsolidierung im technischen Bereich. Darüber hinaus referierten Vertreter verschiedener Soft- und Hardware-Unternehmen wie Microsoft, Fujitsu Siemens Computers oder Hewlett Packard über Trends und neue Technologien und stellten ihre Produkte vor.

Zur Zufriedenheit des Gastgebers izn und insbesondere der Organisatorin Gabriela Willeke nutzte das interessierte und fachkundige Publikum intensiv die Gelegenheit zu Information und Austausch.

Die Hausmesse soll künftig alle zwei Jahre wiederholt werden.

Heinke Liere
ReformZeit Nr. 1/ März 2006

Modernisierung der IT-Landschaft

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