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Einsatz der elektronischen Signatur beim Bestands- und Beschaffungsmanagement

izn trägt als zentrale IuK-Beschaffungsstelle des Landes das Projekt Comparo


eGovernment und eBusiness nehmen stetig an Bedeutung zu. Schon heute werden Einkäufe oder Bankgeschäfte immer häufiger über das Internet abgewickelt. Für viele rechtssichere Transaktionen ist jedoch die elektronische Signatur erforderlich.

Allerdings sind derzeit erst wenige Signaturen im Einsatz, die außerdem nicht überall eingesetzt und gelesen werden können. Eine durchgängige einheitliche elektronische Kommunikation ist somit nicht möglich. Und das kostet Zeit und Geld.

Bereits 2003 gründete das Land auf der CeBIT gemeinsam mit Unternehmen und Institutionen aus der Wirtschaft und Verwaltung das Signaturbündnis Niedersachsen mit dem Ziel, vorhandene Signaturen zu nutzen und neue Anwendungsmöglichkeiten zu erschließen. "An der Schnittstelle zwischen Verwaltung und Wirtschaft erproben wir seitdem in verschiedenen Projekten gemeinsamen Interesses den Einsatz der elektronischen Signatur", erläutert Dr. Norbert Kania, der im Ministerium für Inneres und Sport für die ressortübergreifende Steuerung und Koordinierung von Multimedia verantwortlich ist. Damit die gefundenen Standards auch über Niedersachsen hinaus eingesetzt werden können, arbeitet das Signaturbündnis mit Initiativen wie dem Bündnis für elektronische Signaturen des Bundes zusammen.

Zu den vom Signaturbündnis initiierten Pilotprojekten zählt Comparo, das den Einsatz der elektronischen Signatur beim Bestands- und Beschaffungsmanagement ermöglichen soll. Ziel ist, den gesamten Beschaffungsvorgang – von der Bestellung, über die Lieferung bis zur Rechnungsstellung – zwischen einem öffentlichen Auftraggeber und einem Wirtschaftsunternehmen vollständig elektronisch, automatisiert und rechtssicher abwickeln zu können. Wichtiger Aspekt dabei ist die Interoperabilität, also das Zusammenarbeiten von unterschiedlichen Signaturen. Projektträger wurde – als zentrale Beschaffungsstelle für die gesamte Informations- und Kommunikationstechnik der niedersächsischen Landesverwaltung und deren IT-Dienstleister – das Informatikzentrum Niedersachsen (izn), das in Zusammenarbeit mit der INFORA GmbH den entsprechenden technischen, prozessualen und rechtlichen Rahmen entwickelte.

Zurzeit wird das Beschaffungsmanagement prototypisch im izn getestet, wobei Comparo die vorhandene eGovernment-Infrastruktur des Landes nutzt und den Gesamtprozess der elektronischen Vergabe und der Beschaffung des Landes ergänzt und vervollständigt. "Aus Sicht der izn-Kunden liegt der Vorteil im schnellen und transparenten Verfahren, da jederzeit Auskunft über den aktuellen Status der Beschaffung gegeben werden kann und Bestandsinformationen bei der Auftragsabwicklung zur Verfügung stehen", sagt Wolfgang Farnbacher, Projektleiter im izn. Außerdem bestehen keine Zweifel an der Rechtswirksamkeit von Verträgen, die auf elektronischem Weg mit dem Lieferanten und den Kunden abgeschlossen werden.

Aber nicht nur das izn und dessen Kunden in der Verwaltung profitieren von dem elektronischen Beschaffungsmanagement, sondern auch die freie Wirtschaft. Denn die Lieferanten des Landes können die einheitlichen technischen Schnittstellen dazu nutzen, ihre Bestell- und Lieferungsprozesse ebenfalls zu automatisieren. Auch kleinere und mittlere Unternehmen sollen sich an das System anschließen können. "Damit diese nicht in eine kostenintensive Infrastruktur investieren müssen, wird das Land im izn eine zentrale Kommunikationskomponente einsetzen und sie für den Beschaffungsprozess anbieten", sagt Wolfgang Farnbacher.

Hintergrund: Bündelung der IT-Aktivitäten im Innenministerium

Im Rahmen der Neuausrichtung der IT-Strukturen wurden die bisherigen Aufgabenschwerpunkte Zentrales IT-Management, eGovernment und Multimedia Anfang 2006 im Ministerium für Inneres und Sport in der neuen CIO-Organisation (Chief-Information-Officer-Organisation) zusammengeführt.

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